MM Park Bulgaria · Museum, Sammlung und historische Erinnerung

MM Park Bulgaria

Privates Museum · Historische Sammlung · Bulgarien

Beschreibung

Bulgarisches Plakat zur Bekanntgabe des Todes von Zar Boris III. und der Proklamation des neuen Zaren Simeon II.

Hersteller- / Hauptbeschreibung

Bulgarisches Plakat zur Bekanntgabe des Todes von Zar Boris III. und der Proklamation des neuen Zaren Simeon II.

Dieses Plakat stammt aus dem Jahr 1943, nach dem Tod von König Boris III. von Bulgarien. Der Text proklamiert seinen Sohn Simeon II. als neuen Zaren. Die Schreibweise entspricht der alten bulgarischen Orthographie vor der Reform von 1945.

Maße: cm × cm

Druckerei: Druckerei „Kotva“
Gebrüder G. P. Ivanov
Burgas - Telefon 21-57

Übersetzung:

Bulgarien,

Boris III.,

der Zar-Vereiniger,

ist tot!
Drei Tage der Hoffnung und der Gebete haben nicht geholfen!
Weder Injektionen noch ärztliche Behandlungen!...
Und ein neues Licht leuchtet in der dunklen Stille,
um unsere Herzen dem hellen Stern
Seiner Majestät Simeon II. folgen zu lassen,
Zar der Bulgaren!
Ein Gedanke, ein Wille — alles für den Zaren,
das Volk und den Staat!
Versammelt die Herzen der Jugend von Burgas!

Unterzeichnet:

„Brannik“
Bauernjugend
Legionärsjugend
B.N.S. „Kubrat“
Studentenkorporation „Chernomore“

Recherchen und Beschreibungen wurden mit Hilfe eines KI-Assistenten erstellt. Typologische Ungenauigkeiten oder Fehler können bestehen bleiben.

Trauer- und dynastisches Proklamationsplakat für Zar Simeon II.
Bulgarien, September 1943
Typographischer Druck auf Papier. Dieses politische und monarchistische Plakat wurde in Bulgarien nach dem plötzlichen Tod von Zar Boris III. am 28. August 1943 verbreitet. Der Herrscher, wegen seiner Rolle bei der territorialen Wiedervereinigung Bulgariens nach den Balkankriegen und dem Ersten Weltkrieg als „Zar-Vereiniger“ bezeichnet, wird als nationale, beinahe vorsehungshafte Gestalt dargestellt, deren Tod das Land in Trauer versetzt. Der Text verkündet zugleich die Thronbesteigung seines minderjährigen Sohnes Simeon II., der als „Zar der Bulgaren“ proklamiert wird. Die typographische Gestaltung mit sehr großen schwarzen Lettern vermittelt die politische Dringlichkeit und die kollektive Ergriffenheit, welche die monarchistische Propaganda jener Zeit hervorrufen wollte. Der abschließende Aufruf zur Einheit — „Ein Gedanke, ein Wille“ — richtet sich besonders an die Jugend von Burgas, die um nationalistische und loyalistische Organisationen wie Brannik oder die „Legionäre“ mobilisiert wurde. Das Plakat ist ein bemerkenswertes Zeugnis der bulgarischen politischen Kultur während des Zweiten Weltkriegs. Es spiegelt zugleich den monarchischen Kult, die patriotische Mobilisierung der Jugend und die politische Instabilität eines Königreichs wider, das mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündet war, jedoch eine gewisse diplomatische Eigenständigkeit zu bewahren suchte. Das Dokument besitzt auch sprachgeschichtliches Interesse: Es ist in der alten bulgarischen Orthographie verfasst, die nach der 1945 unter dem kommunistischen Regime eingeführten Rechtschreibreform aufgegeben wurde.
Provenienz: Stadt Burgas, Bulgarien
Technik: schwarzer typographischer Druck auf cremefarbenem Papier